Martin Fankhauser - Dorf 130 - 6283 Schwendau - Österreich - Tel: +43 (0) 664 1983150 - E-Mail: mk.fankhauser@aon.at


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Wissenswertes

Doppelbrennen - die klassische Form bäuerlichen Brennens

Der im ersten Schritt gewonnene Alkohol wird erneut in die Brennblase gefühllt und der Vorgang wiederholt, wobei der erste Brand diesmal auf knapp 78 Frad Celsius erhitzt wird. Nun kommt Edelbrand aus dem Schnappsrohr.

Das Herzstück
Die ersten eineinhalb Liter Edelbrand werden noch abgetrennt. Erst der Alkohol, der im anschluss fließt, ist das eigentliche Herzstück des Edelbrandes und verfügt über einen Alkoholgehält von 81 bis 70 Volumsprozent.

Trinkfertig
Es gibt unterschiedliche Methoden, das Herzstück trinkfertig zu machen. Früher destillierte man im zweiten Brenndurchgang einfach auf 42 Volumsprozent herunter. Seit etwa zehn bis 15 Jahren gehen die Brenner einen anderen Weg, um die Reinheit des Edelbrandes zu gewährleisten. Dabei ist Wasser ein wesentlicher Bestandteil, um den Tropfen trinkfertig zu machen. „Das Wasser muss den richtigen Härtegrad heben. Unser kalkarmes, weiches Quelwasser ist dafür bestens geeignet“, erläutert Martin Fankhauser. In dunkeln und kühlen Räumen gelagert, entwickelt der Schnaps anschließend noch mehr Aroma und Eleganz.

Brennrecht
Um brennen zu dürfen, benötigt man die geeignete Zulassung. Das Brenngerät wurde früher mit Bleiplomben, heute meist mit Aluminiumplomben oder Siegelwachs gesichert, damit nicht schwarz gebrannt werden kann.

Edelbrand und Schnaps
 Unter Edelbrand versteht man in Österreich Spirituosen, die aus vergorenem, zuckerhaltigem Obst hergestellt werden. Beim Destillieren bleibt das eigentümliche Aroma erhalten. Was der Kunde landläufig unter „Schnaps“ kennt, verkauft die Brenner unter dem Namen “...brand“.
In Tirol nennt man die bäuerliche Brand traditioneller Weise jedoch „Schnaps“. Industriell produtzerte Schnaps besteht im Gegensatz zum qualitativ hochwertigen bäuerlichen Destillat zu einem Drittel aus Obstbrand und zwei Dritteln aus Ethylakohol, der aus Getreide, Kartoffeln und ähnlichen landwirtschaftlichen Produkten hergestellt wird.

Gelebtes Brauchtum
Schnaps gehört im Zillertal zur Alltagskultur. Gerne wird als freundliche Geste ein Stamperl eingeschenkt, um beispielsweise den Gast willkommen zu heißen oder um ganz allgemein auf ein freudiges Ereignis anzustoßen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, der kann diesen Brauch überall pflegen und mit Freunden teilen. Dazu braucht’s lediglich ein Fläschchen des guten Zillertaler Tropfens.

Aromatisch
Den klaren Geist gibt es in den verschiedensten Gesmacksrichtungen, von fruchtig-süßlich bis nussig-herb.
Apfel: mild cremig, kernig.
Birne: fruchtig-süßlich.
Enzian: erdig intensiv.
Meisterwurz: dezent fruchtig mit Fenchel-Anis-Kümmel-Zitrus-Aromen.
Moosbeere: süß-mild und fruchtig
Obstler: fruchtig bis zimtig.
Quitte: frisch-bitter mit Zitrus-Rosen-Aromen.
Vogelbeere: nussig mit Marzipan-Bittermandel-Aromen.
Zwetschke: süßlich mit Schoko-Kakao-Aroma und Zimtgeschmack.

Heilmittel
 Sie ist die Meisterin der Wurzeln und war bereits bei den Vorfahren im Alpenraum ein beliebtes Heilmittel. Die Wurzel wirkt schleimlösend, anregend auf den Stoffwechsel, antibakteriell, entzündungshemmend und reguliert die Körpersäfte. Die Bittersroffe wirken appetitanregend und verdauungsfördernd.


Artikel übernommen aus
: Zillertal.at Magazin - Edition 04 - Winter 2009/2010.