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Doppelbrennen - die klassische Form bäuerlichen Brennens
Der im ersten Schritt gewonnene Alkohol wird erneut in die
Brennblase gefühllt und der Vorgang wiederholt, wobei der
erste Brand diesmal auf knapp 78 Frad Celsius erhitzt wird.
Nun kommt Edelbrand aus dem Schnappsrohr.
Das Herzstück
Die ersten eineinhalb Liter Edelbrand werden noch
abgetrennt. Erst der Alkohol, der im anschluss fließt, ist
das eigentliche Herzstück des Edelbrandes und verfügt über
einen Alkoholgehält von 81 bis 70 Volumsprozent.
Trinkfertig
Es gibt unterschiedliche Methoden, das Herzstück trinkfertig
zu machen. Früher destillierte man im zweiten Brenndurchgang
einfach auf 42 Volumsprozent herunter. Seit etwa zehn bis 15
Jahren gehen die Brenner einen anderen Weg, um die Reinheit
des Edelbrandes zu gewährleisten. Dabei ist Wasser ein
wesentlicher Bestandteil, um den Tropfen trinkfertig zu
machen. „Das Wasser muss den richtigen Härtegrad heben.
Unser kalkarmes, weiches Quelwasser ist dafür bestens
geeignet“, erläutert Martin Fankhauser. In dunkeln und
kühlen Räumen gelagert, entwickelt der Schnaps anschließend
noch mehr Aroma und Eleganz.
Brennrecht
Um brennen zu dürfen, benötigt man die geeignete Zulassung.
Das Brenngerät wurde früher mit Bleiplomben, heute meist
mit Aluminiumplomben oder Siegelwachs gesichert, damit nicht
schwarz gebrannt werden kann.
Edelbrand und Schnaps
Unter Edelbrand versteht man in
Österreich Spirituosen, die aus vergorenem, zuckerhaltigem
Obst hergestellt werden. Beim Destillieren bleibt das
eigentümliche Aroma erhalten. Was der Kunde landläufig unter
„Schnaps“ kennt, verkauft die Brenner unter dem
Namen “...brand“.
In Tirol nennt man die bäuerliche Brand traditioneller Weise
jedoch „Schnaps“. Industriell produtzerte Schnaps besteht im
Gegensatz zum qualitativ hochwertigen bäuerlichen Destillat
zu einem Drittel aus Obstbrand und zwei Dritteln aus
Ethylakohol, der aus Getreide, Kartoffeln und ähnlichen
landwirtschaftlichen Produkten hergestellt wird.
Gelebtes Brauchtum
Schnaps gehört im Zillertal zur
Alltagskultur. Gerne wird als freundliche Geste ein Stamperl
eingeschenkt, um beispielsweise den Gast willkommen zu
heißen oder um ganz allgemein auf ein freudiges Ereignis
anzustoßen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, der kann
diesen Brauch überall pflegen und mit Freunden teilen. Dazu
braucht’s lediglich ein Fläschchen des guten Zillertaler
Tropfens.
Aromatisch
Den klaren Geist gibt es in den verschiedensten
Gesmacksrichtungen, von fruchtig-süßlich bis nussig-herb.
Apfel: mild cremig, kernig.
Birne: fruchtig-süßlich.
Enzian: erdig intensiv.
Meisterwurz: dezent fruchtig mit
Fenchel-Anis-Kümmel-Zitrus-Aromen.
Moosbeere: süß-mild und fruchtig
Obstler: fruchtig bis zimtig.
Quitte: frisch-bitter mit Zitrus-Rosen-Aromen.
Vogelbeere: nussig mit Marzipan-Bittermandel-Aromen.
Zwetschke: süßlich mit Schoko-Kakao-Aroma und Zimtgeschmack.
Heilmittel
Sie ist die Meisterin der Wurzeln und war
bereits bei den Vorfahren im Alpenraum ein beliebtes
Heilmittel. Die Wurzel wirkt schleimlösend, anregend auf den
Stoffwechsel, antibakteriell, entzündungshemmend und
reguliert die Körpersäfte. Die Bittersroffe wirken
appetitanregend und verdauungsfördernd.
Artikel übernommen aus: Zillertal.at Magazin - Edition
04 - Winter 2009/2010. |