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Meisterwurz
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Heilpflanze mit Verwechslungsgefahr |
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Kennen Sie die
charakteristischen schirmartigen Blütenstände die Dolden genannt
werden? Die Meisterwurz gehört ebenfals zu den Doldenblütlern. Die
Meisterwurz ist eine alte Heilpflanze und in ganz Nord- und Osttirol
von Tallagen bis weit über die Waldgrenze anzutreffen. In Höhenlagen
von 1800 bis 2200 Meter wachsen zum Schnapsbrennen hervorragend
geeignete Wurzeln. Die Meisterwurz, lateinisch Peucedanum
ostruthium, wird im Volksmund auch Bergwurzel oder Kaiderwurzel
genannt. Die mehrjährige Pflanze gehört zu den Doldenblütlern und
ist zumeist an feuchten schattigen Standorten anzutreffen. Die
vorwiegend weißen Blütenstände sitzen auf gerillten, hohlen Stängeln
mit lederartigen, dreizähligen Blättern. Nur die bräunliche Wurzel
der Pflanze wird verwendet. Innen ist sie weiß und sondert etwas
Milchsaft ab.Typisch ist der intensive Geruch der Wurzel. Ihr
Geschmack ist aromatisch, lang anhaltend und brennend, oft auch
beißend und etwas bitter. Die Meisterwurz ist eine traditionelle, in
den Berggebieten hoch geschätzte Heilpflanze und galt früher als
Allheilmittel für Mensch und Tier. Die Wurzel enthält Harz,
Gerbstoffe, Bitterstoffe, Gummi beziehungsweise Kautschuk und
ätherische Öle.
Lange Jahre war
er etwas in Vergessenheit geraten. In letzter Zeit erfreut sich der
Meisterwurzbrand jedoch wieder steigender Beliebtheit. Bei der
Tiroler Landesprämierung 2006 war er in seiner Gruppe stärker
vertreten als Enzian- und Wacholderbrände.
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"Die ganze
Wurzel aktiviert das eingeschlafene Liebesleben"
Artikel und Bilder übernommen aus:
„Gustostückerln", Ausgabe November 2008.
Kühe,
Schafe, Hennen, Streuobstwiese, Schnapsbrennerei, Pension,
früher Skilehrer, Marend und am End auch noch Schuplatteln.
Nein, die Multitalent-Familie Fankhauser ist nicht aus der
Piefkesaga, sondern orginal und mit echtem Unternehmergeist.
2005 hat Martin Fankhauser gemeinsam mit seine Frau Kathrin
den traditionellen Stiegenhaushof von seinem Vater in
Schwendau übernommen, einem Dorf im Zillertal, in dem die
Kühe abends alleine von der Weide nach Hause wandern. Heute
zählt Martin zu den ausgezeichneten Schnapsbrennern in
Tirol. Neben dem Landessieger in der
Schafzucht
holte er in 2007 als Landessieger in der Tiroler
Schnapsprämierung gleich siebzehn Auszeichnungen, darunter
für Williamsbirne, Zwetschke, Obstler und - seine
Delikatesse- die Meisterwurz. Jährlich gräbt er auf der nahe
gelegen Ahornspitze einen Korb voll der kraftvollen Wurzeln
aus und verarbeitet sie zu Edelbrand. "Der Meisterwurz wird
eine heilende Wirkung auf die Verdauung und bei Bronchitis
nachgesagt. Wer sich die ganze Wurzel unter das Kopfkissen
legt, kann sein eingeschlafenes Liebesleben wieder
aktiveren", ist Martin von der Wirkung der Heilpflanze
überzeugt. Genießt man in beschaulicher Runde ein Gläschen
Schnaps, so ist die Qualität wesentlich. Wie sorgt Martin
für klaren Brand? Zunächst braucht es vollreifes,
aromatisches Obst, das Martin auch von der eigenen
Streuobstwiese holt. Als Nächstes ist die Gärung wichtig.
"Mein Vater hatte die Fässer im Schweine- oder Kuhstall,
weil dort die Temperatur fein warm war. Der Schnaps hat so
aber einen Kuhstallgeruch angenommen." Heute gärt das Obst
nicht mehr im Stall. Auch werden die Maischen kühl gelagert,
damit sich die Aromen stärker entfalten können. Gebrannt
wird im Erntezyklus; zuerst kommt die Marille, dann
Zwetschke und Birne. Die Vermarktung von seinem Edelbränden
organisiert Martin Fankhauser selber. Sein reines Produkt
ohne Zucker- und Aromazusatz liefert er nur an erstklassige
Hotels im Zillertal, in Tirol und Bayern. Auch in der
Pension seiner Mutter in Schwendau kann man den Brand
genießen. Das Brennrecht für 300 Liter Schnaps jährlich
stammt noch von der Kaiserin Maria Theresia. Es gestattet
Martin, den Edelbrand ab Hof zu verkaufen oder über die
Gastronomie zu vertreiben. Regelmäßig gibt's bei Martin auch
Schnaps-Verkostungen, zu denen eine zünftige Marend serviert
wird. Natürlich erzählt Martin dabei viel über die Wirkung
von Schnäpsen, nicht nur über das Aphrodisiakum
Meisterwurz.... |
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Meisterwurz Sagen
An der
folgenden Geschichte kann man sehen, wie Sagen entstehen:
"Mein Sohn besuchte mit mir zusammen 1976 einen botanischen
Kurs. Wir lernten dort eine Wurzel kennen, die nur dort
wächst und von den Einheimischen auf verschiedene Weise als
Potenz- und Stärkungsmittel benutzt wird: die Meisterwurz.
Es handelt sich um eine Art wilden Sellerie. Mein Sohn,
damals 15 Jahre alt und Gymnasiast, grub sich eine größere
Menge dieser Wurzeln aus, hackte sie in halbfingerlange
Stücke und setzte dann in seiner Schule das Gerücht über
eine neue Potenzwunderwurzel in Umlauf. Im Verein mit dem
Pedell setzte er die Dinger für fünf Mark pro Stück rasch
ab. Auf die Frage, ob die Wurzeln auch geholfen hätten,
pflegte er zu antworten: Mir schon! Diese Geschichte
erzählte ich im Burgenland weiter, und ein oder zwei Jahre
später hörte ich sie fast genauso wieder, nur spielte sie
jetzt bereits im Burgenland, und der Preis der Wurzeln hatte
sich von fünf Mark auf fünfhundert Schilling gesteigert." |
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