Martin Fankhauser - Dorf 130 - 6283 Schwendau - Österreich - Tel: +43 (0) 664 1983150 - E-Mail: mk.fankhauser@aon.at


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Meisterwurz

Heilpflanze mit Verwechslungsgefahr



Kennen Sie die charakteristischen schirmartigen Blütenstände die Dolden genannt werden? Die Meisterwurz gehört ebenfals zu den Doldenblütlern. Die Meisterwurz ist eine alte Heilpflanze und in ganz Nord- und Osttirol von Tallagen bis weit über die Waldgrenze anzutreffen. In Höhenlagen von 1800 bis 2200 Meter wachsen zum Schnapsbrennen hervorragend geeignete Wurzeln. Die Meisterwurz, lateinisch Peucedanum ostruthium, wird im Volksmund auch Bergwurzel oder Kaiderwurzel genannt. Die mehrjährige Pflanze gehört zu den Doldenblütlern und ist zumeist an feuchten schattigen Standorten anzutreffen. Die vorwiegend weißen Blütenstände sitzen auf gerillten, hohlen Stängeln mit lederartigen, dreizähligen Blättern. Nur die bräunliche Wurzel der Pflanze wird verwendet. Innen ist sie weiß und sondert etwas Milchsaft ab.Typisch ist der intensive Geruch der Wurzel. Ihr Geschmack ist aromatisch, lang anhaltend und brennend, oft auch beißend und etwas bitter. Die Meisterwurz ist eine traditionelle, in den Berggebieten hoch geschätzte Heilpflanze und galt früher als Allheilmittel für Mensch und Tier. Die Wurzel enthält Harz, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Gummi beziehungsweise Kautschuk und ätherische Öle.

Lange Jahre war er etwas in Vergessenheit geraten. In letzter Zeit erfreut sich der Meisterwurzbrand jedoch wieder steigender Beliebtheit. Bei der Tiroler Landesprämierung 2006 war er in seiner Gruppe stärker vertreten als Enzian- und Wacholderbrände.



 

 


 

"Die ganze Wurzel aktiviert das eingeschlafene Liebesleben"

Artikel und Bilder übernommen aus:
„Gustostückerln", Ausgabe November 2008.

Kühe, Schafe, Hennen, Streuobstwiese, Schnapsbrennerei, Pension, früher Skilehrer, Marend und am End auch noch Schuplatteln. Nein, die Multitalent-Familie Fankhauser ist nicht aus der Piefkesaga, sondern orginal und mit echtem Unternehmergeist. 2005 hat Martin Fankhauser gemeinsam mit seine Frau Kathrin den traditionellen Stiegenhaushof von seinem Vater in Schwendau übernommen, einem Dorf im Zillertal, in dem die Kühe abends alleine von der Weide nach Hause wandern. Heute zählt Martin zu den ausgezeichneten Schnapsbrennern in Tirol. Neben dem Landessieger in der Schafzucht holte er in 2007 als Landessieger in der Tiroler Schnapsprämierung gleich siebzehn Auszeichnungen, darunter für Williamsbirne, Zwetschke, Obstler und - seine Delikatesse- die Meisterwurz. Jährlich gräbt er auf der nahe gelegen Ahornspitze einen Korb voll der kraftvollen Wurzeln aus und verarbeitet sie zu Edelbrand. "Der Meisterwurz wird eine heilende Wirkung auf die Verdauung und bei Bronchitis nachgesagt. Wer sich die ganze Wurzel unter das Kopfkissen legt, kann sein eingeschlafenes Liebesleben wieder aktiveren", ist Martin von der Wirkung der Heilpflanze überzeugt. Genießt man in beschaulicher Runde ein Gläschen Schnaps, so ist die Qualität wesentlich. Wie sorgt Martin für klaren Brand? Zunächst braucht es vollreifes, aromatisches Obst, das Martin auch von der eigenen Streuobstwiese holt. Als Nächstes ist die Gärung wichtig. "Mein Vater hatte die Fässer im Schweine- oder Kuhstall, weil dort die Temperatur fein warm war. Der Schnaps hat so aber einen Kuhstallgeruch angenommen." Heute gärt das Obst nicht mehr im Stall. Auch werden die Maischen kühl gelagert, damit sich die Aromen stärker entfalten können. Gebrannt wird im Erntezyklus; zuerst kommt die Marille, dann Zwetschke und Birne. Die Vermarktung von seinem Edelbränden organisiert Martin Fankhauser selber. Sein reines Produkt ohne Zucker- und Aromazusatz liefert er nur an erstklassige Hotels im Zillertal, in Tirol und Bayern. Auch in der Pension seiner Mutter in Schwendau kann man den Brand genießen. Das Brennrecht für 300 Liter Schnaps jährlich stammt noch von der Kaiserin Maria Theresia. Es gestattet Martin, den Edelbrand ab Hof zu verkaufen oder über die Gastronomie zu vertreiben. Regelmäßig gibt's bei Martin auch Schnaps-Verkostungen, zu denen eine zünftige Marend serviert wird. Natürlich erzählt Martin dabei viel über die Wirkung von Schnäpsen, nicht nur über das Aphrodisiakum Meisterwurz....

 

Meisterwurz Sagen

An der folgenden Geschichte kann man sehen, wie Sagen entstehen:

"Mein Sohn besuchte mit mir zusammen 1976 einen botanischen Kurs. Wir lernten dort eine Wurzel kennen, die nur dort wächst und von den Einheimischen auf verschiedene Weise als Potenz- und Stärkungsmittel benutzt wird: die Meisterwurz. Es handelt sich um eine Art wilden Sellerie. Mein Sohn, damals 15 Jahre alt und Gymnasiast, grub sich eine größere Menge dieser Wurzeln aus, hackte sie in halbfingerlange Stücke und setzte dann in seiner Schule das Gerücht über eine neue Potenzwunderwurzel in Umlauf. Im Verein mit dem Pedell setzte er die Dinger für fünf Mark pro Stück rasch ab. Auf die Frage, ob die Wurzeln auch geholfen hätten, pflegte er zu antworten: Mir schon! Diese Geschichte erzählte ich im Burgenland weiter, und ein oder zwei Jahre später hörte ich sie fast genauso wieder, nur spielte sie jetzt bereits im Burgenland, und der Preis der Wurzeln hatte sich von fünf Mark auf fünfhundert Schilling gesteigert."